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Interview Derek Meister

Fragen an Derek Meister

„Rungholts Ehre“

Seit wann schreiben Sie?

Mit 5 habe ich auf die Tapete in meinem Kinderzimmer angefangen – das war im Nachhinein recht schmerzhaft. (lach) Ich habe schon in meiner Kindheit angefangen – so mit elf, zwölf Jahren und bin nicht mehr davon losgekommen. Damals habe ich die Drehbücher für Super8-Filme geschrieben, die meine Freunde und ich im Wald hinterm Haus drehten. Scheußlich-schöne Werke.

Was haben Sie als Kind gerne gelesen? (Haben Sie als Kind gerne gelesen? )

Ehrlich gesagt nein. Ich habe erst recht spät angefangen mit Lesen, dann jedoch querbeet.

Wie sind Sie zum schreiben gekommen?

Durchs späte Lesen und die frühe Lust am Fabulieren. Es hat mir immer ungeheuren Spaß gemacht, mir Geschichten und Figuren auszudenken. Da ich Filme und das Schreiben mag habe ich mich Mitte der 1990er an der Filmhochschule Potsdam-Babelsberg für den Studiengang Dramaturgie (also dort Drehbuchschreiben) beworben. Und es hat geklappt.

Was wollen Sie mit ihren Büchern erreichen? (Wollen sie etwas mit ihren Bücher erreichen? )

Natürlich freut es mich, wenn ich von Lesern höre, dass sie Spaß beim Lesen hatten oder ihnen ein Buch sogar etwas offenbarte, was sie vorher nicht sahen. Dass ihnen z.B. Rungholt ebenso ans Herz gewachsen ist wie mir. Das ist es eigentlich schon: Die Lust und Freude von einem Charakter zu schreiben, seine Höhen und Tiefen in einer guten Geschichte auszuloten und dem Leser dies alles nahe zu bringen. Klingt simpel, aber ich fürchte, das ist es nicht immer.

Schreiben sie für eine Bestimmte Person?

Nein. Am ehesten noch für mich selbst. Klingt eingebildet, aber meine Geschichten müssen in erster Linie mir Freude bereiten, denn schließlich hocke ich mit diesen ganzen Wörtern recht lange zusammen im stillen Kämmerchen.

Das Buch was ich gerade in den Händen halte und lese ist ein historischer Roman, der viele hundert Jahre zurückgeht. Wie einfach ist es ihnen gefallen, sich in diese Zeit zurück zu versetzen und wie lange haben sie sich darauf vorbereitet
und besonders, wie?

Es fiel nicht schwerer, als sich einem heutigen Thema zu nähern. Wobei der Rechercheaufwand doch enorm ist. Das Mittelalter hat mich zwar schon immer fasziniert, doch mehr als ein grobes Wissen – ein bisschen Schulwissen, einige Artikel und Holzschwerterfahrungen im Wald – hatte ich bis zum Schreiben von „Rungholt“ nicht. Ich habe mich für Rungholt durch mehrere Meter Fachliteratur gelesen und vor allem Lübeck und sein Archiv mehrmals besucht. Die Stadt hat hervorragende historische Quellen – und die Altstadt ist einfach wunderschön. Das Zurückversetzen und Atmen einer vergangenen Zeit macht einfach Spaß und außerdem kommt es bei Drehbüchern selten zu historischen Stoffen.

Wie sind sie zu ihren Verlag gekommen und sind sie mit diesen zufrieden?

Ich habe mich bei einer Agentur beworben, die mich genommen hat und Rungholt vermittelt hat. Und bisher bin ich mit der angenehmen und kompetenten Zusammenarbeit von Agent und Verlag sehr zufrieden.

Haben sie eine Ausbildung gemacht zum Schreiben oder geht das alles so?

Wie schon erwähnt, habe ich Dramaturgie an der Filmhochschule in Potsdam- Babelsberg studiert. Das Studium war gut und kürzte den Weg des Autodidakten angenehm ab. So eine „Ausbildung“ hat den großen Vorteil, dass man nicht in jedes Fettnäpfchen der Fabelentwicklung tritt und einiges an Handwerkszeug in die Hand bekommt. Ich kann es nur empfehlen, aber natürlich „geht es“ auch so.

Können Sie zum Schluss vielleicht noch ein bisschen mehr über ihre Person sagen?

1973 in Hannover geboren, lebe ich zusammen mit meiner Frau in Berlin und schreibe neben „Rungholt“ noch Drehbücher für das Fernsehen. Sie halten da ja mein Debütwerk in Händen, und ich hoffe, dass noch viele Bücher folgen werden. Wer noch mehr wissen möchte, kann übrigens auch unter www.derekmeister.com stöbern.

Wie geht's weiter mit Rungholt?

Der zweite Teil von Rungholt mit dem Titel „Rungholts Sünde“ erscheint im Frühjahr 2007 und diesmal wird Rungholt in eine blutige Mordserie verwickelt. Der arme Sturkopp.

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