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Nachtwache

Nur noch einen gemeinsamen Tag

„Nein, ihr könnt ruhig alle nach hause gehen, ich komme schon klar“ – bestimmende Worte die die Angehörigen über das Geschehen des Tages hinwegtrösten sollen. Gerade die Person, deren Schmerz und Trauer von allen Anwesenden am größten war, hatte diese Worte gesprochen – die Ehefrau des am Morgen friedlich Entschlafenen. Welche Kraft und Stärke des Glaubens an Gott hinter diesen Worten steckten, konnte man nur ahnen.

Monatelang hatte Sie ihren Ehemann aufopfernd gepflegt und ihm Hilfe geleistet, wo, und wann immer es notwendig war. Dabei hatte sie selbst vor nur knapp einem dreiviertel Jahr eine schwere Herzoperation überstanden, auf die Kraft Gottes vertrauend und nur mit dem einen Gedanken beseelt, so schnell wie möglich wieder von der Klinik nach hause zu kommen um ihre Aufgabe, der Fürsorge und Pflege ihres Mannes, fortführen zu können. Freilich war er während der Zeit ihres insgesamt dreimonatigen Klinikaufenthalts in einem ortsnahen, nur ein paar Strassen von ihrem Haus entfernten Pflegestift untergebracht – aber dort fühlte er sich auch bei sehr guter Versorgung und Betreuung trotzdem nicht wohl. Zuhause war halt einfach zuhause – dort kannte er sich aus und alles war ihm vertraut. Der Besuch seiner Angehörigen fast an jedem Tag, konnte ihn zu keinem Zeitpunkt in irgend einer Weise umstimmen, mit Geduld auf die Rückkehr seiner Frau zu warten. Aus seinem gewohnten Alltag herausgerissen, der mit vielen kleinen Arbeiten bisher daheim immer ausgefüllt war, zählte er in Gedanken immer wieder die vielen Dinge auf, die er zuhause noch unbedingt erledigen musste. Als er erfuhr, dass die Operation und anschließende “Kur” seiner Frau gut verlaufen war, und sie bald nach der dringend notwendigen Erholung nach hause gehen durfte, packte er schon einmal vorsorglich seine Koffer um ja keine Minute unnütz verstreichen zu lassen. Fast zeitgleich mit seiner Frau kam er zuhause an. Seiner Frau hätte es gut getan, noch ein Weilchen Ruhe vor seinen emsigen Aktivitäten zu haben. Es war für sie schon mehr als anstrengend, nach so einer Operation seine vielfältigen Unternehmungen zu überwachen und darauf achten zu müssen, dass er mit seinen körperlichen Kräften nicht völlig verausgabend haushaltete. Auch er bemerkte, dass es ihm körperlich aufgrund seines sich stetig mehr verschlechterndem Gesundheitszustandes fast täglich immer schwerer fiel, seine Ideen und vorgenommenen Arbeiten in die Tat umzusetzen. Mit eisernem Willen wurde deshalb manches noch schneller durchgeführt, fast aus Angst, die Arbeit am nächsten Tag vielleicht gesundheitlich nicht mehr durchführen zu können. Leider waren zunehmende Appetitlosigkeit und Magenbeschwerden lästige Begleiterscheinungen, vermutlich von der notwendigen Einnahme vieler Medikamente. Einmal hatte er vergessen, sie vorschriftsmäßig am Morgen zu sich zu nehmen – ein äusserst kritischer Gesundheitszustand an diesem Tage war die Folge. War er letzte Woche noch alleine in den Keller gegangen um mit einer seiner vielen Maschinen zu arbeiten, so wurde er schon diese Woche schmerzlich an ein weiteres Schwinden seiner Kräfte erinnert indem er plötzlich die Treppe ohne Hilfe seiner Frau nicht mehr hinaufsteigen konnte. Seiner Frau schien eine Benutzung der Maschinen ohne Aufsicht inzwischen mehr als gefährlich. Dabei hatte sie ihr Arzt nach der Operation dringend ermahnt, sich körperlich nicht anzustrengen und vor allen Dingen sich nicht aufzuregen. Er konnte es manchmal überhaupt nicht verstehen, wenn er am Mittagstisch wieder neue Ideen entwickelte und seine Frau Bedenken äußerte, ob er bei der Ausführung nicht in seinem Gesundheitszustand weiter geschädigt werden würde. Ach was, das hatte er doch früher auch schon immer alles problemlos gemacht. Nach so einer Aktion kam dann jetzt doch schon manchmal von ihm das Eingeständnis, die Arbeit doch nicht mehr ohne Hilfe alleine durchführen zu können. Hilfe war leider meist nur an den Wochenenden verfügbar, die Helfer waren Berufstätig, hatten selbst eine Familie, und es erforderte viel Geduld, bis zum Wochenende zu warten.

Irgend wann beschränkten sich die Arbeiten nur noch auf kleine Hilfestellungen für seine Frau im Haushalt. Das Treppensteigen war inzwischen viel zu anstrengend geworden. Meist breitete sich schon nach einer kurzen Unterhaltung eine zunehmende Müdigkeit aus. Der Gang auf die Terrasse wo man in der warmen Sonne sitzen konnte war eine der wenigen verbliebenen Abwechslungen. Weitere Appetitlosigkeit machte sich bemerkbar, der Körper zehrte sichtbar von seinen ohnehin mageren Reserven. Die Liegezeiten im Bett wurden immer länger, der Aufenthalt am gemeinschaftlichen Tisch immer kürzer.

Dann eines Nachts beim mühevollen Gang zum WC: durch ein ungewöhnliches Geräusch geweckt, schreckte seine Frau aus dem ohnehin schon unruhigen Schlaf auf. Noch halb benommen, lief sie die Treppen hinunter um zu sehen, was dieses Geräusch verursacht hatte. Beim Blick in das Krankenzimmer blieb ihr fast das Herz stehen. Ihr Mann war bei dem Versuch ohne Hilfe aufzustehen um zur Toilette zu gehen aus dem Bett gefallen und mit dem Kopf auf einem Stuhl aufgeschlagen. Ein Stöhnen signalisierte ihr sofort, dass er sich dabei ernsthaft verletzt hatte. Der eilig gerufene Arzt bestätigte ihre Befürchtung: Verdacht auf Rückenwirbelverletzung. Unsägliche Schmerzen auf der Fahrt zum Krankenhaus. Die Röntgenaufnahmen zeigten eine starke Verstauchung der Wirbel. Die Fixierung durch eine Stützkrause brachte nur wenig Linderung der Schmerzen. Die ohnehin schon kräftezehrende Einschränkung der Bewegungsfähigkeit ohne Fremdhilfe wurde durch diese Verletzung auf nahezu Null begrenzt. Jede kleinste Bewegung wurde zur qualvollen Marder. Aber mit eisernem Willen sowie der Unterstützung und Hilfe seiner Frau zwang er sich dazu, sich von seiner Liegestätte zu erheben um am Mittagstisch die wenige Nahrung, die er mit seinem kranken Magen noch einnehmen konnte, zu verzehren. Man kann sich kaum vorstellen, wie lange diese Prozedur dauerte und welche Kraft es seine Frau kostete, bis er nach ein jedem dieser „Essensgänge“ völlig kraftlos wieder in seinem Krankenbett lag. Auch der Gang zur Toilette oder auf den neben dem Bett aufgestellten Nachtstuhl war ein anstrengender Kraftakt sowohl für ihn, als auch mehr noch für seine ihm dabei helfende Frau. Viele schlaflose Nächte für seine Frau waren die Folge dieser Bewegungseinschränkung, ohne Hilfe das Bett verlassen zu können. Diese Anstrengung machte sich nach kurzer Zeit bei ihr durch stechende Schmerzen in der Herzgegend bemerkbar – ihr Körper sendete massiv Warnmeldungen aus, dass die ärztlich angeordnete schonende Verhaltensweise nach einer schwierigen Herzoperation von ihr aufs sträflichste vernachlässigt wurde. In dem Gedanke, alles alleine bewältigen zu können, stand sie ihrem Mann in keiner Weise nach. Erst die Erkenntnis, dass sie nur in einigermaßen gesundem Zustand ihren Mann ausreichend unterstützen konnte, rang ihr die schwere Entscheidung ab, einen Pflegedienst zu Hilfe zu rufen. Während sich ihr Mann von der Wirbelprellung kaum merklich aber doch langsam erholte, war das Verlassen seines Krankenbettes mit immer mehr Schwierigkeiten begleitet. Die körperlichen Kräfte waren durch eine lebenslange Arbeit schon von frühster Jugend an langsam aber sicher ganz einfach so gut wie aufgebraucht. Die Ungeduld, Kleinigkeiten noch schnell genug ausführen oder organisieren zu können, wurde überraschenderweise dann aber doch von der Ruhe abgelöst, zu akzeptieren, dass nun die jüngeren die anfallenden Arbeiten durchführen mußten. Er hatte sich stets als guter Lehrmeister erwiesen, und obwohl er jetzt endgültig selbst nichts mehr arbeiten konnte, war er immer noch mit wachem Verstand in der Lage, Anweisungen geben zu können und Fragen zu beantworten. Mit viel Geduld ermunterte ihn seine Frau oder auch die täglichen Besucher, etwas Flüssigkeit, ein wenig Nahrung und seine Medikamente einzunehmen, immer noch hoffend, dass sich vielleicht doch noch eine geringe Besserung seines Gesundheitszustandes einstellen würde. Ein nächtlich einsetzender Fieberschub signalisierte, dass Gott dabei war, seine Seele zu sich zu rufen. Trotz dieses Zustandes zeigte er mit einer schwachen Kopfbewegung auf die Frage, ob er Schmerzen fühle, dass dies nicht der Fall war. Mit dem Verschwinden des Fiebers am samstäglichen Abend, waren auch sämtliche Kräfte des Körpers verbraucht. Am frühen Morgen des Sonntags war er sanft entschlafen – Gott hatte seine Seele in der Nacht für immer zu sich geholt.

Die Trennung schien jetzt endgültig und war durch nichts auf der Welt rückgängig zu machen. Der Schmerz, der bei seiner Frau durch diese Endgültigkeit ausgelöst wurde, ist mit keinen Worten zu beschreiben. Das ganze angestaute Leid der monatelangen Fürsorge und Pflege entlud sich mit einmal bei dem Gedanken, jetzt ohne ihren geliebten Ehemann zu sein. Wenn er auch krank gewesen war, man konnte immer mit ihm sprechen – ja manchmal war sogar er derjenige gewesen, der durch tröstende Worte in ihr wieder neue Kräfte mobilisiert hatte. Sie musste sich ihren Schmerz von der Seele schreien. Die benachrichtigten Kinder waren schnell zur Stelle, um in dieser Situation Trost und Lebensmut zu spenden. Trotzdem wollte sie ihrem Ehemann im ersten Moment dahin folgen, wohin er gegangen war, nachdem Gott seine Seele zu sich gerufen hatte. Sie hatte monatelang die Kraft gehabt, das Leid beider geduldig zu tragen – das Leid der endgültigen Trennung zu tragen war tausendmal schwerer. Fast 53 Jahre waren eine lange Zeit. In dieser Zeit lernt man die Schwächen des anderen mitzutragen und ist froh, wenn man selbst wiederum durch dessen Stärken getragen wird. Die Vorstellung jetzt ohne den geliebten Menschen zu sein, dem man alle Sorgen und allen Kummer anvertrauen konnte, und der immer bedingungslos an ihrer Seite stand, war wie ein Messer das ins Herz gestoßen wird. Loslassen – dies nach fast 53 Jahren Gemeinsamkeit zu lernen war schwer. Viel schwerer als sie es sich je zuvor vorgestellt hatte. Ihre Kinder wussten, dass nicht nur ihr Vater eine Kämpfernatur gewesen war, den nichts ausser seiner Krankheit besiegen konnte – nein, auch ihre Mutter war ihnen mit dieser Eigenschaft immer ein Vorbild gewesen. Als ihr Vater noch sprechen konnte, hatte er in letzter Zeit häufig seine Kinder gemahnt, gut auf die Mutter aufzupassen – auch er kannte sie als diejenige, die stets anderen half, selbst aber immer versuchte, ohne fremde Hilfe auszukommen.

Inzwischen war es Abend geworden, die Nacht senkte ihre Dunkelheit langsam über das Haus. Der Schmerz hatte sich scheinbar schon ein wenig gelindert, vielleicht auch dadurch, dass der am Morgen herbeigerufene Arzt ein Beruhigungsmittel mitgebracht hatte und alle darüber aufklärte, dass eine weitere Nacht des Überlebenskampfes des frühmorgentlich Entschlafenen höchstwahrscheinlich mit sehr viel Schmerzen für den auf einer Spezialmatratze Gebetteten verbunden gewesen wäre. Zu deutlich waren bei seinem Patient schon die Spuren der zuvor erlebten Fieberschübe zu sehen gewesen.

Nein, sie wollte ihren Mann heute noch nicht hergeben. Mindestens noch einen Tag sollte er bei ihr bleiben. Unter der fachmännischen Anleitungen des Arztes wurde der friedlich Entschlafene mit einem weisen Tuch bedeckt. Das Institut, das alles weitere organisierte, konnte auch noch erst am nächsten Tag gerufen werden. Müde von der Anstrengung und der Aufregung des Tages, wohl auch ein wenig von dem zuvor eingenommenen Beruhigungsmittel, wurde sie daran erinnert, dass ihr Körper dringend Schlaf zur Erholung benötigte. Wohl um den momentanen Gesundheitszustand der Mutter wissend, wurde trotz ihrer anfänglichen Ablehnung entschieden, dass eines ihrer Kinder in der Nacht bei ihr im Haus bleiben würde. Ihr war es natürlich vorrangig wichtig, dass genügend warme Decken für das schnell hergerichtete Nachtlager vorhanden waren – das Wohl des anderen war ihr trotz ihrer Müdigkeit wichtiger wie die Tatsache, dass sie selbst am dringendsten Erholung von der Aufregung des Tages brauchte. Das Argument, dass ihre Kinder alles benötigte doch selbst organisieren konnten, ließ sie nicht gelten.
Das verlöschen des Lichts signalisierte, dass jetzt vielleicht der Schlaf der Nacht die dringend benötigte Ruhe und Erholung bringen würde.

Aber der Schlaf stellte sich durch die Aufregung des Tages einfach nicht ein. Tausend Gedanken gingen durch den Kopf. Es ist schon erstaunlich, aber wenn man jahrelang mit jemand zusammengelebt und Kontakt gehabt hat, befindet er sich unauslöschlich in den Gedanken und die Erlebnisse erscheinen wie reale Bilder und rücken in das Bewußtsein. Besonders die schönen oder auch die äußerst unangenehmen Erfahrungen gewinnen dabei meist die Oberhand, sich im Bewußtsein in den Vordergrund zu drängen. Nein, unangenehme Erfahrungen waren keine vorhanden. Ihr Vater hatte seinen Kindern schon immer mehr geschenkt als er je selbst bekommen hatte – sie konnten jederzeit auf seine Hilfe zählen. Auf die Frage, warum er sich mit seinem mühsam ersparten “Taschengeld” nicht selbst einen Wunsch erfüllt hatte, sondern lieber seinen Kindern einen besonderen Geburtstagswunsch erfüllte, beantworte er einfach damit, dass er sich diese Dinge früher selbst sehr gewünscht hatte, aber sie begründet mit der finanziellen Situation der damaligen Zeit nicht bekommen hatte. Aufgrund seiner handwerklichen Begabung und seines Ideenreichtums waren Reparaturen für ihn nie ein Problem. Dieses Interesse an allem Technischen war vermutlich auch ausschlaggebend, dass die Berufswahl seiner Kinder auch in Richtung Technik ausfiel. Wenn man beim Bau seines eigenen Hauses alle Arbeiten die er ausführte bewertete, war darin mit Sicherheit nicht nur ein Beruf zu erkennen. Diese Fähigkeiten wurden bei dem späteren “Häuslesbau” seiner Söhne, bei seinen Brüdern, Schwager – ja selbst auch noch bei deren Söhne – gerne genutzt. Nach der Installation mehrerer Häuser waren auch seine Söhne in der Lage, mit dem inzwischen von ihm erlernten Wissen selbst solche Arbeiten durchführen zu können. Dass er ihnen diese Technik sehr gut beigebracht hatte war aus dem überraschenden Angebot einer Firma zu ersehen, die nach Besichtigung einer solchen Arbeit ernsthaft eine feste Arbeitsstelle zur Verfügung stellen wollte.

Eine geplante Arbeit wurde immer bedingungslos durchgeführt – eine gewisse Ungeduld war da schon mal am Aufkommen. Durchhaltevermögen, eine der besten Eigenschaften die für jedes berufliche Fortkommen die wichtigste Voraussetzung ist, war für ihn selbstverständlich. Gottseidank hat er damit seine Kinder weitgehendst “angesteckt” – ohne diese Eigenschaft wäre die tägliche Arbeit in der heutigen, scheinbar modernen Zeit, fast nicht mehr zu bewältigen.

Irgend wann – beim letzten Blick auf die Uhr war es kurz vor zwölf Uhr Nachts – senkt sich dann doch der Schlaf über die inzwischen mehr als müden Augenlieder.

Ein Geräusch weckt viel zu früh – vier Uhr morgens. Na ja, wenn man jetzt schon wach ist, kann man ja gleich kurz die Toilette aufsuchen. Die Mutter ist auch schon wach – in ihrem Raum brennt Licht. Sie hat wie jeden morgen ihren Mann “rufen” hören und wendet sich gerade irritiert um und blickt zur Eingangstüre. Nein, er hat nicht gerufen – das war das gewohnte “muß”, jetzt um diese Zeit aufstehen zu müssen, um nach ihm zu sehen. Es fällt ihr schwer jetzt noch weiterschlafen zu können. War alles ein böser Traum? Unruhig steht sie auf und kleidet sich an – so ist der Rhythmus der vergangen Monate, eine Umstellung erscheint schwer. Vorsichtig ist der Abstieg über die Treppe und der Gang in den “Krankenraum”. Die Traurigkeit kommt sofort wieder hoch, beim Anblick des mit einem weisen Tuch tags zuvor bedeckten Entschlafenen.

Frühstück. Es gibt frischen Kaffe, Brötchen – Marmelade. Auf ihren Blutdruck achtend macht sie sich einen Tee. Die verhalten geführte Unterhaltung am Frühstückstisch dreht sich um das Thema, dass Gott dem Entschlafenen vielleicht eine große Gnade erwiesen hat, seine Seele zu sich zu rufen, bevor sein Körper von Schmerzen gepeinigt doch noch einen Transport ins Krankenhaus notwendig gemacht hat.

Inzwischen ist weiterer Besuch eingetroffen die Schwiegertochter und der zweite Sohn. Das Institut für Bestattungen wird telefonisch gerufen. Kurz nach zehn Uhr treffen zwei Mitarbeiter ein. Mit einem Fragebogen werden besondere Wünsche für die weitere Organisation erfasst. Nach Erfassung aller notwendigen Daten gehen die beiden Mitarbeiter nach draußen zu ihrem vor dem Haus geparkten Fahrzeug und holen aus ihm eine Trage. Die Mutter der beiden anwesenden Brüder kann beim Anblick des Abtransportes ihres entschlafenen Mannes das Weinen nicht mehr zurückhalten. Dass der Vater oder Schwiegervater auf diese Art aus dem Haus befördert wird – keiner mehr kann jetzt die Tränen unterdrücken – zu endgültig ist die Situation.

Sein Leben war erfüllt von Arbeit und Hilfe für alle mit gütigem Herz,
dass er gewiss hat Ruh` bei Gott gefunden, hilft uns zu tragen der Trennung tiefen Schmerz.

Autor: Werner May

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