Drücke "Enter", um den Text zu überspringen.

Das Märchen von Lillyann-Sofie und dem einsamen Wolf

Das Märchen von Lillyann-Sofie und dem einsamen Wolf

Kapitel 01 Keine Liebe von der Mutter

„Lillyann-Sofie – räume endlich deine Spielsachen auf!“ Die Stimme der Mutter klang jetzt schon leicht verärgert. Wenn sie Lillyann-Sofies Namen in voller Länge aussprach, dann war Vorsicht geboten. Sonst nannte sie ihr kleines Mädchen immer liebevoll „Lilly“. Lilly hatte absolut keine Lust die Spielsachen wieder wegzuräumen – die brauchte sie doch am Abend sowieso wieder.

Sie wollte jetzt mit ihren Freunden draussen im Hof spielen und sich nicht mit so blöden unnötigen Aufräumereien herumplagen. „Los jetzt beeile dich und vertrödel nicht die ganze Zeit – deine Freunde warten bereits auf dich“, drängte die Mutter. Lilly setzte einen trotzigen Gesichtsausdruck auf – nein, sie wollte sich nicht zwingen lassen – immer mußte sie so viele Aufräumarbeiten machen. „Wenn du dein Zimmer nicht aufräumst, darfst du nicht nach draussen zum Spielen“, droht die Mutter jetzt energisch. Diese Drohung zeigt bei Lillyann-Sofie deutlich Wirkung. Das war eine mächtig grausame Drohung. Gefangen – kam Lillyann-Sofie der erste Gedanke, ihre Mutter war tatsächlich so grausam und wollte sie bei dem schönen Wetter im Haus gefangen halten während all ihre Freunde draussen spielen durften.

Bestimmt waren deren Mütter nicht so grausam und zwangen sie, zu hause bleiben zu müssen. „Meine Eltern haben mich nicht mehr lieb“, stammelte die Kleine traurig vor sich hin, während schon die ersten Tränen sich einen Weg über ihre Wangen suchten. Trotzig packte sie das Stofftier, welches sie von ihrer Mutter zum letzten Geburtstag geschenkt bekommen hatte und warf es in die andere Ecke des Zimmers. Die Mutter sah kurz ins Zimmer, ihr Blick verriet allerdings, dass sie es ernst meinte mit dem “ draussen nicht Spielen dürfen“. Durch das geöffnete Fenster drang das fröhliche Lachen der anderen Kinder. „Und meine Mutter hält mich hier gefangen“ redete sich Lilly ein und ein leises Schluchzen verriet ihren Kummer darüber, dass ihre Mutter sie nicht mehr lieb hatte.

Schreibe als erster einen Kommentar...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.