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„Zwangsräumungen Verhindern“ von Peter Nowak

Zwangsräumungen spielen im kapitalistischen System eine große Rolle. Wer sich, aus welchem Grund auch immer, seine Miete nicht mehr leisten kann, wird durch eine Zwangsräumung aus seinem Lebensumfeld getränkt. Dabei ist es egal, ob man in der Wohnung nur 3 Monate lebt, oder bereits 40 Jahre – wer nicht zahlen kann, der wird geräumt.

Diese Praxis ist keineswegs neu, schon vor dem Zweiten Weltkrieg gab es Zwangsräumungen und auch danach wurde von diesem Instrument gebrauch gemacht, nur wurde es in der Öffentlichkeit nicht wirklich wahrgenommen. Hauptsächlich lag dies daran, dass die Betroffenen sich für dieses Schicksal schämten und sich in der Öffentlichkeit die Meinung etablierte, dass die Menschen, die zwangsgeräumt werden, persönlich gescheitert sind. Eine angedrohte Zwangsräumung isolierte also die Menschen, weswegen sie still und heimlich zwangsgeräumt werden konnten.

Zwangsräumungen sind kein persönliches Versagen, sondern ein Versagen des Systems

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In den letzten Jahren wurde diese Isolation aufgebrochen. Durch die explodierenden Mietpreise, die viele Geringverdiener aus ihrem Umfeld vertreiben und durch die kapitalistische Krise in der Welt wurden aus Einzelschicksalen Massenschicksale. Und auch die Schuldfrage verschob sich, wodurch es zu Solidarisierungen kam, um die Zwangsräumungen zu verhindern.

Genau auf diese Entwicklung, die sich in den letzten Jahren verstärkt, geht das Buch „Zwangsräumungen Verhindern“ ein. Es zeigt die Kämpfe in Berlin, aber auch die in Spanien. Es geht hier auf Vorbilder für die Kämpfe gegen Zwangsräumungen ein, zeigt aber auch Einzelschicksale auf. Es möchte dabei als Diskussionsgrundlage und als Einstieg in diese Thematik dienen, keinesfalls aber ein Gesamtüberblick sein.

Ein kurzer Einblick, leider nicht mehr…

Auf knapp 90 Seiten wird ein kurzer Einblick in die letzten Jahre gegeben. Leider sind 90 Seiten aber auch viel zu wenig, um das Thema wirklich zu erfassen. So kann zwar ein erster Eindruck vermittelt werden, aber als Diskussionsgrundlage ist es dann doch zu wenig. Peter Nowak hätte durchaus mehr auf die verschiedenen Bewegungen eingehen sollen, sowohl die in Deutschland wie auch die in Europa. Außerdem hätte das Buch auch ein wenig mehr Grundlagen vermitteln können, damit es für Menschen, die sich mit dem Thema gar nicht auskennen, ein tatsächlicher Einstieg hätte sein können.

Eine abschließende Bewertung fällt mir schwer, aber es kann auf gar keinen Fall schaden, sich dieses Buch durchzulesen. Die 2 Stunden, die man darin investiert, sind auf keinen Fall verschwendet.

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