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„89/90“ von Peter Richter

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1989/90 waren zwei ereignisreiche Jahre in der DDR und später auch in der BRD. Ich habe davon nicht wirklich viel mitbekommen, denn ich war damals zwischen sechs und sieben Jahre alt. Sicherlich habe ich mitbekommen, dass sich eine Menge geändert hat. So wurde ich in einer POS eingeschult und plötzlich war es eine Grundschule, wobei diese Änderung nicht wirklich schlimm war. Schlimmer war dann, was in den 90igern so alles folgte, in denen unsere Familie häufig von Sozialhilfe abhängig war. Aber das hat mit den Jahren 1989/90 nichts zu tun, denn damals war die Welt für mich noch in Ordnung.

Für andere war sie da schon lange nicht mehr in Ordnung. Die Menschen in der DDR waren unzufrieden mit dem, was sie hatten. Sie wollten nicht mehr eingesperrt sein, wollten die Welt sehen, wollten den Mangel hinter sich lassen und vor allem, sie wollten nicht mehr pausenlos durch den Staat überwacht und unterdrückt werden. Und 1989/90, dass waren die Jahre, indem diese Menschen das System durch eine friedliche Revolution überwinden konnten.

Auch Peter Richter erlebte diese Jahre hautnah in der DDR. Er war damals noch Schüler, kurz davor, die Weichen für sein späteres Leben zu stellen. Er und seine Freunde erlebten, wie sich alles in Dresden – in der DDR – veränderte. Er erlebte, wie Bekannte zu Nazis wurden, wie die Gewalt in den Straßen explodierte und wie sich halt auch die DDR auflöste und zur BRD wurde. Im Buch „89/90“ erzählt er von dieser Zeit. Er lässt seinen Ich-Erzähler diese Zeit noch einmal erleben, lässt durch ihn einen Roman entstehen, und gibt so dem Leben von Jugendlichen zur Wendezeit ein Gesicht. Wie viel von dem, was der Roman abbildet, tatsächlich von Paul Richter selbst erlebt wurde, bleibt offen, aber so bildlich, wie das Leben wiedergegeben wird, müssen schon viele eigene Erfahrungen mit eingeflossen sein.

Fazit

Durch die ersten zwanzig Seiten des Buches musste ich mich kämpfen. Ich musste mich erst einmal an den Schreibstil von Peter Richter gewöhnen, doch umso weiter das Buch voranschritt, desto mehr Spaß macht das Buch. Es ist ein Buch, das keine künstlichen Spannungsbögen aufbaut, weil es einfach das Leben erzählt. Manchmal spannend, manchmal so vor sich hinfließend. Es gibt einen Einblick in das Leben der damaligen Zeit, auch wenn es nur ein ganz kleiner ist, und genau das hat Spaß gemacht. Ich kann eigentlich nur jedem, der mehr über die Jahre 89/90 erfahren möchte, ans Herz legen, dieses Buch zu lesen. Von mir bekommt es starke 4,5 von 5 Punkten.

Peter Richter

Peter Richter wurde 1973 in Dresden geboren. Er war also zwischen 15 und 17 Jahren alt, als die DDR auf ihr Ende zusteuerte. Später studierte er Kunstgeschichte in Hamburg und Madrid, um dann für verschiedene Medien zu arbeiten. 

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