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„Imperiale Lebensweise“ von Ulrich Brand und Markus Wissen

Hungersnöte, Kriege, Umweltzerstörung und Ungleichheit, wir alle sehen, dass auf dieser Welt etwas nicht stimmt. Gleichzeitig versuchen wir diese Ungerechtigkeiten zu individualisieren, geben den Menschen, die vor Armut, Hunger, Krieg und Zerstörung fliehen die Schuld an all diesen Dingen. Wir versuchen uns abzuschotten, versuchen die fliehenden Menschen draußen zu halten, wollen unseren Wohlstand nicht teilen. Unsere Forderung an all die Menschen ist, dass sie die Probleme in ihrem Land selbst lösen, ohne dabei allerdings zu beachten, dass unsere westliche Lebensweise diese Probleme überhaupt erst auslöst.

Imperiale Lebensweise – Zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus

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Ulrich Brand und Markus Wissen beleuchten diese westliche Lebensweise in ihrem Buch „Imperiale Lebensweise“. Sie zeigen auf, warum wir durch unseren Lebensstiel für all das Leid in anderen Regionen der Erde mitverantwortlich sind. Es ist das kapitalistische Gesellschaftssystem, welche diese Ungerechtigkeiten hervorbringt, sie hervorbringen muss. Denn nur durch diese Ungerechtigkeiten kann die Oberschicht ihr Kapital mehren und nur durch diese Ungerechtigkeiten gelingt es, dass auch die Menschen der westlichen Welt einen gewissen Wohlstand anhäufen konnten.

Die imperiale Lebensweise ist es, die es nahezu unmöglich macht, die Wende hin zu einer nachhaltigen Welt zu schaffen, in der die Natur erhalten bleibt, die Umwelt nicht weiter zerstört wird und in der jedem Menschen ein gutes Leben ermöglicht werden kann.

Markus Wissen und Ulrich Brand arbeiten die Argumente für diese These in ihrem Buch wunderbar heraus und sie versuchen auch einen Weg aufzuzeigen, der weg von dieser imperialen Lebensweise führt. Einen Weg, der für einige Menschen natürlich Verzicht erfordert, der aber insgesamt darauf achtet, dass wir uns unsere Lebensgrundlage – unsere Erde – nicht selbst zerstören.

Fazit

Ich habe das Buch jetzt über mehrere Monate gelesen. Immer ein kleines Stückchen, obwohl es eigentlich gerade einmal 185 Seiten sind. Aber durch die Gestaltung des Textes, durch die gewählte Schriftgröße und Art ist es sehr anstrengend das Buch zu lesen. Es ermüdet ziemlich schnell. Das Buch erfordert höchste Konzentration von seinem Leser, was durch etwas besser gesetzte Absätze oder eben durch eine größere Schrift hätte umgangen werden können.

Inhaltlich ist es ein sehr wissenschaftlich gehaltener Text. Der Leser sollte hier also entweder einen möglichst großen Wortschatz mitbringen, oder sich halt ab und an die Zeit nehmen, das ein oder andere Wort nachzuschlagen. Ansonsten veranschaulicht das Buch sehr gut, was mit der imperialen Lebensweise gemeint ist und zeigt auf, warum eine Wende zu mehr Nachhaltigkeit – in all ihren Facetten – in einem kapitalistischen System nicht funktionieren kann, auch dann nicht, wenn aus dem Kapitalismus plötzlich ein grüner Kapitalismus gemacht werden soll. Insgesamt bekommt das Buch von mir 4 von 5 Sternen, und das, obwohl ich oben die Gestaltung des Textes für negativ empfunden habe.

 

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